NetObjects Fusion Paper Airplane

“Segeln auf  Blauwasser-Törns"

Auf Kiel-Yachten bis 15 m

1 Einleitung

Dieses Skript ist eine Zusammenfassung von  kurzen ErklĂ€rungen und Regeln, um die DurchfĂŒhrung eines gemeinsamen Törns zu  erleichtern. Es ist fĂŒr Leute gedacht, die einfach nur mal einen Törn mitsegeln  wollen und noch keine Erfahrung haben. Wenn Du das willst, wird es Dein Skipper  aber toll finden, wenn Du schon einiges weißt. Deshalb möchte ich hier kurz das  Wichtigste erklĂ€ren. Die Yachten, auf denen wir segeln sind Fahrtenschiffe die  sich durch leichte Bedienbarkeit und Sicherheit auszeichnen. Fahrtenkatamarane  und Regattayachten benötigen oft eine aufwendigere Bedienung.

2 Begriffe

Beim Segeln gibt es einige Fachbegriffe,  welche die Bedienung des Bootes vereinfachen, da sie kurz und knapp eine prĂ€zise  Beschreibung der VerhĂ€ltnisse ermöglichen, aber erst einmal gelernt werden  wollen. Deshalb hier eine Übersicht.

2.1 Richtungen auf das Boot  bezogen

2.2 Richtungen auf den Wind  bezogen

2.3 Fachwörter

abfallen

Vom Wind wegdrehen

Achterleine

Leine, die das Boot  nach achtern hĂ€lt

Achterstag

Drahtseil, welches den  Mast nach achtern hĂ€lt

anluven

zum Wind hindrehen

Aufkommen

Die Ruderlage nach  Einleitung der Drehung wieder reduzieren

Aufschießer

Das Boot durch eine  Drehung in den Wind stoppen

Auftuchen

Ein Segel auf dem Baum  ordentlich falten

Auge

Eine Schlaufe in einer  Leine oder anderem

Ausreiten

Aufrechthalten des  Bootes durch Hinauslehnen nach Luv, dazu sind im Bootsboden oft (hoffentlich)  solide Gurte befestigt, die den FĂŒĂŸen Halt geben

Außenborder

Motor, der nachtrĂ€glich  ans Heck geschraubt werden kann

Back

1. ein Segel steht  back, wenn der Wind von der falschen Seite hineinblĂ€st
2. Tisch, deshalb  Backschaft = KĂŒchendienst

Backbord

Links, auf die  Fahrtrichtung des Schiffes bezogen

Backskiste

Stauraum, der durch  Klappen vom Cockpit aus zugĂ€nglich ist

BĂ€ndsel

Kurzes Tau zum  verzurren (festbinden) von AusrĂŒstung, auch Zeising genannt

Bake

Auf Land aufgebautes  Sichtzeichen

Baum

Alurundprofil am  Unterliek (Unterkante) des Großsegels

Baumniederholer

Talje, die den Baum  nach unten hĂ€lt

Beaufort (Bft)

Maßeinheit zur  Bestimmung der WindstĂ€rke, ab 7 Bft sollte nicht mehr gesegelt werden

belegen

Ein Tau mit einem  Knoten, auf einer Klampe oder in einer Klemme befestigen

Bilge

tiefster Punkt eines  Boote, wo sich das Wasser sammelt; natĂŒrlicher Stauraum fĂŒr Konserven;  Anbringungsort der Bigepumpe

Block

Rolle mit GehĂ€use, die  Rolle ohne GehĂ€use heißt Scheibe

Bö

Windstoß

Boje

auf Grund befestigter  Schwimmkörper zum Festmachen oder zur Markierung

Bootshaken

Haken auf langer  Stange, um bei Manövern weiter an Leinen und Poller zu kommen

Box

Liegeplatz aus 2  Pollern, die, eine BootslĂ€nge vom Steg entfernt, die Achterleinen halten

Bucht

Ein haarnadelförmiges  Gebilde in einer Leine, Ausgangsstadium fĂŒr diverse Knoten

Bug

Vorderende des  Bootes

Buhne

Steinwall, senkrecht  zum Ufer ins Wasser ragend

Patenthalse

unbeabsichtigte Halse,  gefĂ€hrlich

Bullenstander

Leine von der Baumnock  (hinteres Ende des Baumes) nach vorne, um das Übergehen des Baumes bei einer  Patenthalse zu verhindern

Choke

Starthilfe fĂŒr  Außenborder, sofort nach dem Anspringen des Motors wieder in Ruhestellung

Cockpit

vertiefter  Aufenthaltsraum fĂŒr die Mannschaft

durchsetzen

Ein Fall straff  spannen

Cunningham

Vorliekstrecker,  Strafft das Vorliek (=Vorderkante) eines Segels

Curryklemme

Klemme zum Belegen von  Tauwerk mit zwei beweglichen Backen, zwischen die die Leine gezogen wird; zum  Lösen Leine nach oben reißen

Decca

Funknavigationssystem,  Genauigkeit tags: 0,5 sm; nachts 2 sm; DĂ€mmerung: keine

Dirk

Leine, welche den Baum  hĂ€lt

einpicken

Den Karabiner des  Lifebelts einhaken

Ende

Der nautisch korrekte  Ausdruck fĂŒr ein Seil

Fall

Leine zum Setzen der  Segel

Fender

Polster zum Schutz des  Rumpfes beim LĂ€ngsseitsliegen, meist aus PVC und aufblasbar

Festmacher

Leine zum Befestigen  des Bootes an seinem Liegeplatz

fieren

eine Leine kontrolliert  lose geben

Fock

Vorsegel

Genua

großes Vorsegel,  welches das Großsegel ĂŒberlappt

Geschlagenes  Tauwerk

gedrehtes Tauwerk

GPS

Satellitennavigationsystem Genauigkeit ca. 100 m

Halse

Das Heck des Bootes  durch den Wind drehen, bei starkem Wind gefĂ€hrlich

Heck

Der hintere Teil eines  Bootes

holen / dichtholen

Eine Leine  strammziehen

Holepunkt

Umlenkblock fĂŒr die  Fock, ist zum Trimmen des Segels meist verschiebbar

Kammklemme

Eine Klemme, bei der  das Tauwerk zwischen den geriffelten Seitenteilen gehalten wird

Kiel

HauptlĂ€ngstrĂ€ger des  Bootes; auch feste Flosse mit Ballast unter dem Boot

Kielschwein

VerstĂ€rkung des Kiels.  Bitte nicht fĂŒttern!

killen

Das Flattern des Segels  im Wind, gekillt wird dabei auf Dauer das Segel oder mit etwas Pech Teile der  Besatzung (nur bei Yachten)

Klampe

T- förmige Vorrichtung  zum Belegen von Leinen

Klar Schiff

Das Boot zu einem  Manöver klar machen

Kopfschlag

Das Beenden des  Belegens auf einer Klampe, so daß sich das lose Ende der Leine nicht wieder  abwickeln kann

KrÀngen

SchrĂ€gliegen eines  Bootes durch Windeinfluß

Kreuzknoten

Knoten zum Verbinden  zweier gleicher Leinen

Lee

Die dem Wind abgewandte  Seite, auf der sich der Baum des gesetzten Großsegels befindet

Leine

besserer Ausdruck fĂŒr  ein Seil, auch Ende genannt

Liek

Kante des Segels:  Vorne, unten und achtern; beim Gaffelsegel (Valk) auch oben

LiekbÀndsel

BĂ€ndsel im Achterliek  eines Segels; Damit lĂ€ĂŸt sich Flattern Verhindern

Lifebelt

Gurtgeschir, mit dem  man sich mittles einer Lifeline mit Karabiner am Boot sichern kann

Log

Geschwindigkeitsmesser,  oft mit Schaufelradgeber, daher empfindlich auf Verschmutzung

Logbuch

Tagebuch eines  Schiffes, dient als Dokument bei SchadensfĂ€llen und ErinnerungsstĂŒck

Lot

Tiefenmesser, zeigt  meist Tiefe unter Geber, d.h. zu wenig. Seit das GerĂ€t justierbar ist, zeigt es  irgendeine Tiefe

LĂŒmmel

Das Gelenk, welches den  Baum am Mast befestigt

Luk

Oberlicht im Deck eines  Bootes

Luv

Die dem Wind zugekehrte  Seite; da wo der Großbaum nicht ist

Mast

Ich glaube das weiß  jeder

Mole

Schutzmauer um einen  Hafen gegen Seegang

Mooring

Ankerleine auf Grund  eines Hafens zum Festmachen, wird mit Hilfsleine auf den Steg gefĂŒhrt oder von  Boje gehalten, im Deutschen auch Muring

Navi

Navigationsplatz in der  NĂ€he des Niedergangs, keine Ablage fĂŒr persönlichen Schrott, bitte nichts drauf  trinken, Position des Elektro- Schaltbrettes

Niedergang

Treppe oder Leiter in  die KajĂŒte

Nock

Das Ende einer Spiere,  z.B. des Baumes (Bei der Gaffel: Piek)

Paddel

GerĂ€t aus Holz oder  Alu/Kunststoff zum Fortbewegen eines Bootes bei Flaute oder defektem Motor.  Macht schlank

Pahlstek

Knoten, der sehr  zuverlĂ€ssig ein Auge, das sich nicht zuzieht, bildet

Pantry

Kochgelegenheit, KĂŒche  wĂ€re grĂ¶ĂŸer

Persenning

Abdeckplane auf einem  Boot

Pier

auch Kai, Mauer zum  Festmachen eines Schiffes

Pinne

Hebel zur Bedienung des  Ruders

niederl. Großer  Erdnagel zum Festmachen an Wiesen

Pinnenausleger

Drehbare VerlĂ€ngerung  der Pinne, ermöglicht das Ausreiten

Poller

Pfahl zum Festmachen  eines Bootes

PĂŒtting

Verbindung zwischen  Rumpf und Want

PĂŒtz

Eimer oder ein  Ă€hnliches GerĂ€t zum Wasserschöpfen

raumen

Der Wind dreht weiter  nach achtern

reffen

SegelflĂ€che  reduzieren

Rein Schiff

Ein Schiff grĂŒndlich  sauber machen

Rhe /Ree

Ruderkommando bei der  Wende

Ruder

Steuer eines Bootes,  nicht das Ding zum „Rudern“, das ist bei Seeleuten ein Riemen und diese Art der  Fortbewegung nennt sich pullen

Ruderblatt

Der Unterwasserteil des  Ruders

Ruderkopf

Das Teil zwischen Pinne  und Ruderblatt

Rumpf

Der Körper des  Bootes

Rund achtern

Ruderkommando beim  Halsen

Saling

Spreize am Mast welche  die Wanten vom Mast abspreizt. Hier sind auch die Flaggleinen befestigt

Salon

Aufenthaltsraum mit  „großem“ Tisch in der Mitte der Yacht

Schapp

Schrankoder Fach auf  einem Boot, immer zu klein

SchÀkel

Metallteil, um Leinen  und Blöcke lösbar zu verbinden

1. SchraubschĂ€kel,  D-förmig

2. SchnappschĂ€kel,  schnell lösbar mit Riegelbolzen

3. FallschĂ€kel mit  Bajonettverschluß

Schot

Leine, um die Segel der  Windrichtung anzupassen

Schotstek

Knoten zum Verbinden  zweier ungleicher Leinen

Schott

Querwand im Schiff

schralen

der Wind dreht weiter  nach vorne

Schwalbennest

Bord ĂŒber der Koje, die  einzige Gelegenheit Kleinkram griffbereit zu verstauen

Schwert

Bewegliche Platte unter  dem Boot, um es am Abtreiben zu hindern

Seeventil

Absperrventil in allen  Wasserleitungen des Schiffes, ist geschlossen wenn Hebel quer zum Schlauch  steht
1. KĂŒhlwassereinlaß des Motors

2. Toilette Zulauf und  Ablauf

3. Ablauf von  Waschbecken und SpĂŒle

4. Weitere Seeventile  mĂŒssen gesucht werden. ÜberprĂŒfen, z.B. ob Dusche etc. vorhanden

Segellatte

Latte aus Kunststoff  oder Holz, die das Achterliek versteift, verschwindet dauernd

Selftailer

Gezahnter Aufsatz auf  selbstholenden Winschen, welcher die Schot sowohl zieht als auch belegt

Smeerreep

Leine, mit der beim  Reffen das Achterliek auf den Baum gezogen wird

Spant

QuertrĂ€ger eines  Boots

Spiere

Jedes Rundholz der  Takelage außer dem Mast also Baum und bei der Valk-Jolle auch die Gaffel am  oberen Ende des Großsegels

Spinnaker

Ballonförmiges Segel,  das bei Wind von achtern auf schnellen Booten zusĂ€tzlich gesetzt wird

Spring

Ein Festmacher, der von  Achtern auf dem Boot nach Vorn (Achterspring) bzw. von Vorne auf dem Boot nach  Achtern (Vorspring) lĂ€uft, um das Boot beim LĂ€ngsseitliegen zu  stabilisieren

Stag

Drahtseil, das den Mast  nach vorne hĂ€lt

Staken

Stange zum Anschieben  des Bootes ĂŒber den Grund

Steuerbord

Rechts, auf die  Fahrtrichtung des Schiffes bezogen

Strecktau

LĂ€ngs Deck gespanntes  Tau zum Festhalten und einpicken des Lifebelts

stĂŒtzen

Die Drehung eines  Bootes durch Gegenruder beenden

Talje

Flaschenzug

Tampen

Da, wo das Ende  aufhört, mit anderen Worten: das Ende eines Seiles

Tonne

große Boje

Toppnant

Leine zur vertikalen  Kontrolle des Großbaumes

Traveller

Schiene, mit der sich  die Großschot quer verschieben lĂ€ĂŸt

Trimm

Die Einstellung des  Bootes 1. durch Justierung der Segel, 2. durch die Gewichtsverteilung in LĂ€ngs-  und Querrichtung. Als Gewicht ist die Mannschaft hervorragend geeignet

Trosse

Schwere Leine

Unterliekstrecker

Leine , die das  Unterliek (Unterkante des Segels) strafft

Verklicker

Windrichtungsanzeiger  auf dem Mast, oft kaputt oder vergessen, oder zeigt falsch

Verzurren

AusrĂŒstung sicher  festbinden

Vorleine

Festmacher, der das  Boot nach vorne hĂ€lt

Vorpiek

Stauraum im Bug eines  Bootes

Want

Drahtseil, das den Mast  in Querichtung und nach hinten hĂ€lt, je nach Höhe am Mast Unter- und  Oberwanten

Webeleinstek

Knoten zum Befestigen  von Fendern

Wende

Drehen eine Segelbootes  mit dem Bug durch den Wind

Winsch

Nur in eine Richtung  drehbare Trommel, die das Holen von Leinen erleichtert und dazu teilweise mit  Kurbeln und Getriebe ausgestattet ist

2.4 Bootsteile

3 Verhalten

3.1 Auf dem eigenen Boot

Eine  Hand fĂŒr Dich, eine fĂŒrs Schiff

Das Segeln erfordert Disziplin. Das bedeutet,  daß die Belange des Bootes Vorrang vor den eigenen Interessen haben. Da wir zu  unserem VergnĂŒgen segeln, also in eigenem Interesse, ist das jetzt nicht so  tragisch wie es sich anhört. Der oder die Erfahrenste an Bord wird das Boot  fĂŒhren. Da der Titel KapitĂ€n doch etwas leicht hochgestochen ist, hat sich fĂŒr  diese Funktion das Wort Skipper eingebĂŒrgert. Der Skipper / die Skipperin ist  fĂŒr alles und alle an Bord verantwortlich. deshalb solltest Du ihr/ihm die  Arbeit etwas erleichtern und tun, was er /sie sagt. Segeln ist ein Teamsport und  der Skipper/die Skipperin ist auf eure Mitarbeit angewiesen. In allen Fragen der  Sicherheit hat er/sie das letzte Wort, insbesondere in Fragen, wie der maximalen  WindstĂ€rke, bei der gesegelt wird und ob Rettungswesten/Lifebelts zu tragen  sind. Solche Entscheidungen mĂŒssen akzeptiert werden und zwar ohne zu maulen. Es  macht keinen Spaß, beim Segeln die ganze Zeit in lange Gesichter zu gucken. Du  solltest in der Lage sein, dich in eine Gruppe einzupassen,  Gruppenentscheidungen mitzugestalten und die Ergebnisse mit Humor zu  tragen.

Die Skipper sind gern bereit, Dir etwas zu  erklĂ€ren, wenn nicht gerade „Zustand“ an Bord ist. „Zustand“ sind die  Situationen, wo alle der Meinung sind, 2 HĂ€nde zu wenig zu haben und Murphy’s  Law (Alles was schiefgehen kann, geht auch schief und das zum denkbar  schlechtesten Zeitpunkt) sich in allen Punkten bewahrheitet. Wenn Du allerdings  nicht fragst, wird keiner hinter dir herlaufen und dich anbetteln, dir etwas  zeigen zu dĂŒrfen.

Jeder Mitsegler und jede Mitseglerin hat  einen guten Teil Eigenverantwortung. Dazu gehört zum Beispiel das  Sich-Festhalten. Auch sollten ausgemachte Treffpunkte und Zeiten eingehalten  werden, um den Skipper nicht zu beunruhigen. Außerdem muß - besonders in  TidengewĂ€ssern - oft ein Zeitplan eingehalten werden.

Wenn Du etwas tust und bist Dir nicht sicher,  frage bitte. Du weißt gar nicht wie viele Boote schon wegen „fast richtigen“  Knoten abgetrieben wurden. Also bitte ehrlich sein!

Segeln kann oft auch in Arbeit ausarten. Da  sind Schoten zu holen und Manöver zu fahren. Ab etwa 5 Bft weißt Du, warum es  Segel“sport“ heißt. Aber gerade das ist der Spaß bei der Sache. Weniger Spaß  macht natĂŒrlich das anschließende Klar- und Reinschiff. Aber wenn dabei alle mitmachen ist das auch flott  passiert.

Eine Fahrtenyacht ist zudem ein Hausstand,  d.h. es sind auch Haushaltsarbeiten wie Kochen, SpĂŒlen, Saubermachen zu  erledigen. Dazu machen wir in der Regel einen Plan. Bitte haltet Euch daran und  fangt nicht an die Löffel zu zĂ€hlen, die die anderen angeblich weniger spĂŒlen  mußten.

Wir leben auf einer Yacht sehr eng zusammen.  Damit das ohne Streitereien funktioniert sollte der Umgang untereinander von  Höflichkeit und ZurĂŒckhaltung geprĂ€gt sein. Die Vokabeln „Bitte“ und „Danke“  sind da schon hilfreich. Auch ist auf meinen Törns noch nie jemand zu kurz  gekommen, so das jeder ruhig abwarten kann, bis Sie / er an der Reihe ist. Da  man sich an Bord einer Yacht nur sehr begrenzt zurĂŒckziehen kann, sollten  Sticheleien oder Ă€hnliches nicht auf die Spitze getieben werden, da sonst schon  mal ĂŒberflĂŒssigerweise die Fetzen fliegen, wo an Land die Zeit in der man sich  nicht sieht automatisch die Wogen glĂ€ttet. Die Persönlich Ordung sollte so  eingehalten werden, das keine Behinderung eintritt. dies gilt insbesondere fĂŒr  die Navi, die zwr sehr gĂŒnstig fĂŒr die Ablage erscheint, auf der aber  Fotoapparate und Sonnencreme in grĂ¶ĂŸeren Mengen die Navigation recht erfolgreich  verhindern.

3.1.1 Als RudergÀnger

WĂ€hrend des Rudertörns trĂ€gt der  RudergĂ€nger/die RudergĂ€ngerin die Verantwortung fĂŒr den Kurs des Bootes und die  Besatzung, da er/sie der/die einzige ist, der/die das Deck permanent im Auge  hat. Der RudergĂ€nger soll den angegebenen Kurs halten und dabei Ausguck nach  anderen Fahrzeugen, Hindernissen und Landmarken halten. Dabei ist die Genua  hinderlich, die die Sicht nach Lee vorne beeintrĂ€chtigt. Geht ein Crewmitglied  ĂŒber Bord, so ist es Sache des RudergĂ€ngers, die erforderlichen Maßnahmen bis  zum Eingreifen des Skippers einzuleiten. (Siehe Kap. 3.3.8). Wird ein  RudergĂ€nger abgelöst, so ĂŒbergibt er/sie das Ruder unter Angabe des Kurses, der  Sichtzeichen, und eventueller besonderer Anweisungen.

3.1.2 Als Ausguck

Ein Ausguck wird bei verminderter Sicht,  unĂŒbersichtlichen VerkehrsverhĂ€ltnissen oder besonderen Hindernissen wie  besonders vielen Netzen eingeteilt. Der Ausguck wird eingewiesen und meldet  alles was er/sie melden soll und alles, was gefĂ€hrlich werden kann. Der Ausguck  lĂ€ĂŸt sich von der ĂŒbrigen Besatzung nicht ablenken. Bedenkt nachts bitte, daß  die Augen sich von der ĂŒblichen Raumhelle erst nach etwa 15 min wieder auf die  Dunkelheit eingestellt haben. Also bitte nicht blenden lassen (dazu reicht  ĂŒbrigens auch das AnzĂŒnden einer Zigarette).

3.1.2.1 Wichtige Seezeichen

3.2 GegenĂŒber anderen  Booten

Auf See sollte man wie an Land auch seinen  Mitmenschen höflich gegenĂŒber treten.

Aber es gibt auch einige spezielle  Regeln:

-Anderen beim Anlegen oder Transporten ungefragt Hilfe anbieten

-Nie ohne Erlaubnis ein fremdes Boot betreten

-Wenn wegen eines engen Hafens lĂ€ngsseits an einem anderen Boot  festgemacht werden muß (PĂ€ckchen) vorher um Erlaubnis fragen. -Wenn Du gefragt  wirst, Erlaubnis erteilen. So wenig wie möglich ĂŒber Innenlieger latschen. Wenn  erforderlich ĂŒber das Vordeck, möglichst leise, möglichst selten und immer mit  sauberen Schuhen. Auch auf dem eigenen Boot sollte man sich ruhig  verhalten

Beim lĂ€ngsseitsgehen sorgfĂ€ltig mit Fendern und Festmachern umgehen und  nur geeignete Poller und Klampen benutzen. Den WĂŒnschen des anderen Eigners  folgen, da der weiß, was auf seinem Schiff hĂ€lt.

-Andere nicht mehr stören als erforderlich, nicht anbrĂŒllen

-Einhaltung der Flaggenparade: Nationale Achtern, Gastlandflagge unter Stb  Saling, Vereinsflagge unter Bb Saling, Flaggen ĂŒber Nacht bergen (spĂ€tenstens  21:00 Uhr).

3.3 Bei Manövern

Die Manöver funktionieren nur mit Deiner  Hilfe. Deshalb hier die wichtigsten im Überblick. GrundsĂ€tzlich wird der Skipper  vorher erklĂ€ren was er/sie vor hat. WĂ€hrend des Manövers gibt er/sie Kommandos;  diese haben immer das gleiche Schema:

1. AnkĂŒndigung. „Klar zum [Manöver]“ Dies ist die Bitte, die vorher  besprochenen Vorbereitungen zu treffen. Die geforderte TĂ€tigkeit aber noch nicht  ausfĂŒhren.

2. BestĂ€tigung: „[Manöverstation] ist klar“. Die BestĂ€tigung aber bitte erst  geben, wenn Du wirklich klar bist. ansonsten siehe „Zustand“

3. AusfĂŒhrung: „[Kommando]“ Damit sagt der Skipper (oder wer sonst am Ruder  sitzt), daß es jetzt ernst wird.

3.3.1 Die Wende

Ausgangslage:Am Wind Kurs, dichte  Schoten

AnkĂŒndigung:„Klar zur  Wende“
Die Mannschaft macht sich klar zum Positionswechsel und macht die  Schoten klar zum Fieren, die Luvschot und eine Winschkurbel werden  klargelegt.

RĂŒckmeldung„Ist Klar“ nachdem die Vorbereitungen  abgeschlossen wurden

AusfĂŒhrung:„Ree“ das Ruder wird nach Luv  gelegt, d.h. wenn der RudergĂ€nger in Luv sitzt, was er eigentlich sollte, drĂŒckt  er die Pinne weg.
Wenn der Baum die Mittschiffslinie ĂŒberquert Kommando „Über  die Fock“ um Fock auf die andere Seite zu holen; dabei aufpassen, da sie sich  leicht am Mast verhakt. Alte Leeschot kontrolliert ĂŒber die Winsch  fieren

Auf gewĂŒnschten neuen Kurs gehen, und ihn  stabilisieren, Boot neu trimmen. Eine Wende sollte auf Am Wind Kurs enden, nicht  auf halben oderRaumschots.

3.3.2 Die Q- Wende

Wie Wende, aber der Ausgangskurs ist  Raumschots. Vor dem Wenden muß also erst angeluvt und die Schoten dichtgeholt  werden. Wird gefahren, um z.B. bei Starkwind eine Halse zu vermeiden oder ein  „Mann ĂŒber Bord Manöver“ besser fahren zu können.

3.3.3 Die Halse

Ausgangslage: Vor dem Wind Kurs, aufgefierte  Schoten

AnkĂŒndigung:„Klar zur  Halse“
Die Mannschaft macht sich klar zum Positionswechsel und macht die  Schoten klar zur Bedienung. Da der Baum bei der Halse mit Wucht ĂŒbergeht, sollte  der Bereich des Baumes gerĂ€umt werden. Ein Bullenstander wird, falls vorhanden,  entfernt

RĂŒckmeldung„Ist Klar“ nachdem die Vorbereitungen  abgeschlossen wurden

AusfĂŒhrung:„Hol dicht die Großschot“ die  Großschot wird dichtgeholt um den Baum unter Kontrolle halten zu  können

RĂŒckmeldung:„Fock fĂ€llt ein“ um den RudergĂ€nger zu  warnen, wenn die Fock schlapp wird (einfĂ€llt), steht die Halse unmittelbar  bevor

AusfĂŒhrung:„Rund  achtern“ das Ruder wird nach Lee gelegt, d.h. wenn der RudergĂ€nger in Luv sitzt,  was er eigentlich sollte, zieht er die Pinne an Wenn der Baum die  Mittschiffslinie ĂŒberquert Kommando „Fier auf die Großschot“ damit sofort der  Druck aus dem Groß kommt und das Boot nicht zu sehr luvt außerdem „StĂŒtzruder“,  um das Luven zu verhindern.

neuen Kurs stabilisieren und Boot neu  trimmen

3.3.4 Aufschießen

Ausgangslage:Halber Wind bis Am Wind Kurs, dem Kurs  entsprechen angeholte Schoten

AnkĂŒndigung:„Klar zum  Aufschießer“
Die Mannschaft macht sich klar zum Positionswechsel (Quertrimm)  und macht die Schoten klar zum Fieren.

RĂŒckmeldung„Ist Klar“ nachdem die Vorbereitungen  abgeschlossen wurden

AusfĂŒhrung:„Fock los“ Die Fockschot wird  losgelassen

„ Klar bei  Vorleine“ Vorne wird zum Festmachen Klargemacht
„Ree“ das Ruder wird nach Luv  gelegt, d.h. wenn der RudergĂ€nger in Luv sitzt, was er eigentlich sollte, drĂŒckt  er die Pinne weg. Die Großschot wird gefiert. Wenn das Manöver gut berechnet  ist, kommt das Boot vor der Boje oder dem Steg zum Stehen. Wenn das Boot zu  schnell ist, Vorsicht beim Abhalten, da die Yacht samt Crew ca. 2 bis 12 t  wiegt. Wenn abhalten, dann mit den FĂŒĂŸen (Schuhe) und so, daß Du keines Falles  zwischen Steg und Boot gequetscht werden kannst. Das Boot lĂ€ĂŸt sich durch  Backhalten des Großsegels bremsen. („Back das Groß“)

3.3.5 Segelsetzen

3.3.5.1 Großsegel

Ausgangslage:Beliebiger Kurs, Fock angeschlagen  (Hals, Stagreiter, Schoten) - im  Wind

AnkĂŒndigung:„Klar zum Setzen der Fock - des Groß

AusfĂŒhrung.„Klar das  Fockfall - Großfall“ Zeisinge  los
Fall heißen mit losen Schoten
Bei Großsegel Baumniederholer gefiert lassen  bis Fall dicht, danach Baumniederholer dicht und Dirk fieren

3.3.5.2 Rollsegel

Ausgangslage und AnkĂŒndigung wie 3.3.5.1

AusfĂŒhrung:Reffleine langsam fieren bei Fock  die Schot, beim Groß die  Ausholerleine holen, bis gewĂŒnschte SegelflĂ€che draußen ist. Dann Reffleine  belegen

3.3.6Segelbergen

Umgekehrt wie beim Setzen. Die Segel mĂŒssen  allerdings am Vorliek nach unten gezogen werden. Ein zweites Crewmitglied  versucht, das lose Tuch einzufangen, damit es an der Seereling (Fock) bzw. auf dem Großbaum (Groß) aufgetucht  und beschlagen werden kann. Dabei immer von Luv arbeiten, da das Segel fĂŒr eine  Person in Lee ein ĂŒberlegener Gegner ist.

Bei Rollsegeln immer kontrolliert die Schot bzw. den Ausholer fieren, damit das  Segel sauber aufgewickelt wird.

3.3.7 Hafenmanöver

GrundsĂ€tzlich werden Leinen und Fender nach  Anweisung desjenigen ausgebracht, der das Manöver fĂ€hrt. Als Standard hat sich  herausgestellt: Fender auf beiden Seiten angeschlagen, aber noch nicht  aussenbords. 2 Vorleinen, 2 Achterleinen und den Bootshaken in Bereitschaft.  Beim Klarmachen der Leinen muß darauf geachtet werden, daß der eine Tampen  belegt ist und der andere unter der Seereling hindurch gefĂŒhrt wird. Die LĂ€nge  des Festmachers muß klar zum Fieren an Deck aufgeschossen werden.

Die Sicht wird fĂŒr den RudergĂ€nger durch die  Vorschiffscrew eingeschrĂ€nkt. Deshalb bitte hinsetzen. Die Einweisung, z.B.  Entfernungsangaben, erfolgen durch exakt  ein Crewmitglied. Ohne Hilfe von Land muß ein Crewmitglied springen, um die  Landverbindung herzustellen. Wann es springt, entscheidet es selber, sollte aber  so frĂŒh wie möglich springen.

Es gibt verschiedene Arten von  LiegeplĂ€tzen:

 

3.3.7.1 Boxen

Vorbereiten: je 2 Vor- und Achterleinen,  Fender auf beiden Seiten, diese aber nicht ausbringen

Eine Box besteht aus dem Steg und 2 PfĂ€hlen,  die etwas mehr als eine BootslĂ€nge davon entfernt stehen. Man macht mit 2  Vorleinen am Steg und 2 Achterleinen an den PfĂ€hlen fest. Boxen sind in der  Regel ziemlich eng, d.h. man benötigt die Fender zum Schutz vor Nachbarbooten.  Die Fender passen allerdings nicht zwischen den PfĂ€hlen durch, so das sie beim  An- und Ablegen bedient werden mĂŒssen. Bei Seitenwind mĂŒssen die Luvleinen  bedient werden, um ein Quertreiben zu verhindern. Beim Ablegen wird dazu die  Luvvorleine auf Slip gesetzt, d.h. von Bord einfach um den Poller an Land gelegt  und wieder an Bord geholt, damit sie auch unter Last ohne Hilfe von außen  losgeworfen werden kann.

Beim Anlegen werden die Achterleinen nach  vorne zur breitesten Stelle des Bootes gefĂŒhrt, damit sie möglichst problemlos  ĂŒber die Poller gelegt werden können.

3.3.7.2 LĂ€ngsseits

Vorbereiten: Fender auf die Anlegeseite, je  eine Vor- und Achterleine klar und je eine Leine in Bereitschaft (als  Spring).

Der RudergĂ€nger geht langsam mit dem Bug an  die Pier bis der Vordeckmann springt. Dann wird die Fahrt mit der Maschine und  der Vorspring (Einweisung beachten) gestoppt. Ist die vordere Leine fest,  ĂŒbernimmt der Landmann die Achterleine, damit das Heck nicht  abtreibt.

3.3.7.3 Mooring zur Pier

Vorbereiten: 2 Achterleinen, Fender an beiden  Seiten, Bereitschaftsfender zum bedarfsgerechten Ausbringen, Bootshaken,  Arbeitshandschuhe, Bugrolle und kurzer Stropp

Das Boot geht rĂŒckwĂ€rts an die Pier. Ein  Crewmitglid springt und macht die Achterleinen fest, ein weiteres greift sich an  der Pier die Mooring und reicht sie nach vorn, wo sie an der Bugrolle befestigt  wird. Bei Moorings mit Boje im Passieren Boje greifen und mit eigener Leine  festmachen.

3.3.7.4 Römisch Katholisch

Vorbereiten: 2 Achterleinen, Fender an beiden  Seiten, Bereitschaftsfender zum bedarfsgerechten Ausbringen, Bootshaken,  Arbeitshandschuhe, Buganker

Der Anker wird vor dem Liegeplatz geworfen  und das Boot rĂŒckwĂ€rts an die Pier gefahren (siehe Mooring). Wegen der  verschieden Techniken und Ankerwinschen erfolgt fĂŒr die Details eine  Einzeleinweisung an Bord.

 

3.3.8 Mann ĂŒber  Bord Manöver

GrundsĂ€tzlich ist der Ernstfall des Mann ĂŒber  Bord Manövers als Supergau anzusehen. Der Ruf „Mann ĂŒber Bord“ ist fĂŒr jedes Crewmitglied als „Alle Mann an  Deck“ zu verstehen. Bei Übungen heißt das Kommando „Boje ĂŒber Bord“ Der  RudergĂ€nger hat fĂŒr das Manöver bis zur Übernahme durch den WachfĂŒhrer oder  Skipper die Verantwortung.

Dieses Grundmanöver ist mein Schema auf gut  bemannten Charterschiffen. Andere Skipper haben andere Verfahren. Deshalb vor  dem ersten Auslaufen nach der Mann ĂŒber Bord Rolle fragen!

Ausgangslage:Beliebiger Kurs und ĂŒber Bord  gefallenes Crewmitglied.

AnkĂŒndigung:„Mann ĂŒber Bord“ Wird vom Zeugen  gegeben, nach Möglichkeit mit der Seite, auf der die Person ĂŒber Bord gefallen  ist. Der Ruf wird von allen Crewmitgliedern wiederholt.

AusfĂŒhrung:Wenn Maschine mitlĂ€uft: auskuppeln, Heck  von der Person wegdrehen

Rettungskragen mit Markierung  werfen. Da die meisten Rettungsmittel schneller  treiben, als ein Mensch schwimmen kann, muß der Kragen möglichst dicht in Luv  der Person landen. Nachts unbedingt Markierungslicht werfen

Person lĂŒckenlos  beobachten, da ein Kopf schon nach 30 m außer Sicht  gelangen kann. Besonders nachts und bei grober See ist das Wiederfinden dann  schwierig bis unmöglich. Dazu teilt der RudergĂ€nger einen Ausguck namentlich  ein, der nichts anderes tut.

Je nach Ausgangslage nach  etwa 3 BootslĂ€ngen eine Wende oder Q-Wende einleiten, so daß zum Aufschießer der  Mann etwa 2 BootslĂ€ngen in Luv liegt. Wurfleine  klarmachen, Badeleiter klarmachen, evtl. ein Crewmitglied klarmachen zum  aussteigen (nach Möglichkeit mit Neo, aber auf alle FĂ€lle angeleint mit  Rettungsweste) Wenn Maschine nicht lĂ€uft: Maschine starten

Aufschießen, die Person anlaufen aber nicht  rammen, Leinenverbindung herstellen, die Person ĂŒber die Badeleiter am Heck  an Bord holen. beim Einsteigen helfen Wenn Leinenverbindung besteht; Maschine  aus!

Wichtig: sobald die Person achterlich der  Wanten ist muß das Ruder von der Person weg gelegt werden, um das Heck auf die  Person zu zu bewegen!

Bewußtlose sind wie folgt zu  bergen:

1. Leinenverbindung herstellen, dazu notfalls  2. Mann angeleint mit Rettungsweste, wenn’s geht mit Neo ins Wasser  schicken.
2. Fall anschlagen und  Person aus dem Wasser hochwinschen. Wegen der UnterkĂŒhlungsgefahr möglichst  waagerecht lassen.
3. Um Weg zu  sparen unteren Relingszug lösen. Notfalls Fock als Bergungstrage  verwenden.

Wichtig: wenn die Person verloren geht und nicht mehr gefunden wird:  Notruf absetzen, Rot schießen

Wenn Du im Wasser  schwimmst:

·Keine Panik!!!

·Versuche,  die Markierung zu erreichen, aber keine Kraft verschwenden
Versuche nicht, das Boot einzuholen, das ist  schneller. Bleibe wo du bist und warte, bis Dich Dein Skipper per Manöver wieder  einsammelt.

·Keine  Kleidung ausziehen, damit Du nicht unterkĂŒhlst. TrĂ€gst Du eine Rettungsweste, so  kauere Dich im Wasser zusammen (Arme um die Knie) und schließe alle VerschlĂŒsse  und BĂŒndchen an der Kleidung, damit kein Wasseraustausch stattfindet. So bleibst  Du lĂ€nger warm.

3.4 Bedienungsdetails

3.4.1 Winschen

Eine Winsch soll uns helfen, die Kraft  aufzubringen, ein Ende zu holen und zu halten. Deshalb darf man keinesfalls ein  belastetes Ende von der Winsch nehmen, es sei denn man steht auf verbrannte  HandflĂ€chen. Die Winsch hat eine Trommel auf die 4 Windungen passen. Man legt 2  Windungen zum schnellen Holen und Fieren bei wenig Last und 3 - 4 Windungen bei  hoher Last auf. Das Ende wird entweder vor der Winsch auf einer Klemme (z.B.  Fallwinschen neben dem Niedergang) oder hinter der Winsch auf einer Klemmklampe  belegt (Genuaschoten). Bei modernen Yachten finden sich auch oft selbstholende  Winschen, bei der ein Klemmkranz oben auf der Winsch sowohl das Ende beim Holen  zieht, als auch sicher belegt. Bei allen anderen Winschen muß beim Holen  gleichzeitig an dem Ende gezogen und an der Winsch gekurbelt werden.

Beim Ziehen der Schoten den Daumen immer weg  von der Winsch oder der Rolle halten.

3.4.2 Toiletten

Das Bord- WC ist in der Regel unter  Wasserlinie eingebaut und wird mit Seewasser gespĂŒlt. Bei kleinen Yachten gibt  es auch oft Chemie -WC’s die an Land entsorgt werden mĂŒssen. Das Pumpklo ist  aber die verbreitetste Lösung. Ein solches Bordklo wird nicht benutzt, es wird  bedient. Dazu gibt es einige Regeln:

·Nicht im  Hafen benutzen, es sei denn es geht absolut nicht anders

·Ins Klo  kommt nichts, was nicht vorher gegessen wurde. Das gilt auch fĂŒr Klopapier und  insbesondere fĂŒr Binden und Tampons. DafĂŒr hĂ€ngt im Klo ein Plastikbeutel, der  von Zeit zu Zeit an Land entsorgt wird

·Wer das  Klo verstopft, zerlegt und reinigt es auch

Â·Ăœber die  Reling pinkeln ist lebensgefĂ€hrlich

Die Handhabung: Jedes Pump-WC hat 2  Seeventile im Zufluß- und im Abflußschlauch.

Anmerkung: Ein Seeventil ist geschlossen, wenn der Hebel quer zum  Schlauch steht und offen, wenn er lĂ€ngs steht.

ZusĂ€tzlich ist rechts der KloschĂŒssel die  Pumpe, auf deren Oberseite sich der Hebel befindet. Irgendwo am PumpengehĂ€use  gibt es einen kleinen Wahlschalter, der zwischen Reinpumpen (SpĂŒlen, in, Flush)  und Rauspumpen (Abpumpen, out) umschaltet.

Handhabung:

1. Beide Seeventile auf

2. Wahlschalter auf SpĂŒlen

3. Pumpe mit langen und nicht zu schnellen HĂŒben betĂ€tigen

4. Wahlschalter auf Abpumpen (sonst gibt’s nassen Hintern)

5. Das kannst Du, glaube ich

6. mind. 30 - 40 sek abpumpen, damit die Hinterlassenschaft auch aus den  SchlĂ€uchen gepumpt wird

7. Wahlschalter auf Abpumpen stehen lassen und beide Seeventile schließen,  sonst gibt es ein nasses Schiff

8. Ggf. saubermachen und Abfallbeutel verschließen

3.4.3 Kocher und Heizung

Diese beiden Einrichtungen funktionieren in  der Regel mit Gas. Die Gasflasche steht meist in einem separaten Kasten an Deck.  An der Flasche ist ein Ventil, das nur zur Gasentnahme aufgedreht werden sollte.  ZusĂ€tzlich gibt es vor Kocher und Heizung noch ein weiteres Ventil. Dieses muß  ebenfalls zur Inbetriebnahme geöffnet und nach dem Abschalten geschlossen  werden. Die Heizung wird nun gemĂ€ĂŸ Betriebsanleitung gezĂŒndet. Bei Kochern geht  man in der Regel wie folgt vor: Knopf fĂŒr gewĂŒnschte Flamme auf „an“ drehen und  eindrĂŒcken; Flamme mit GasanzĂŒnder, Feuerzeug o.Ă€. entzĂŒnden; Knopf gedrĂŒckt  halten bis ZĂŒndsicherung eingerastet; loslassen, Flamme brennt  weiter.

Beim Kochen auf See ist generell Vorsicht  geboten. Um Töpfe auch im Seegang aufrecht zu halten sind die meisten Kocher  halbkardanisch, d.h. drehbar gelagert. Diese Mechanik lĂ€ĂŸt sich im Hafen  verriegeln (Riegel suchen). Die Töpfe lassen sich mit speziellen Haltern  festklemmen. Trotzdem besteht die Gefahr, daß es aus Töpfen spritzt (heiß);  deshalb auf See nie mit vollen Töpfen kochen. Deckel bremsen, perfekt sind  Schnellkochtöpfe.

Immer mit langen Hosen und Schuhen, bei  schwierigen Bedingungen mit Ölzeughose und Gummistiefeln kochen. Der  Deckmannschaft sagen, daß gekocht wird, damit sie Manöver auch in der KombĂŒse  ankĂŒndigt.

3.4.4 ElektrogerÀte

Auf den Yachten steht in der Regel nur  Gleichspannung von 12 V zur VerfĂŒgung. Große Yachten haben manchmal die  Möglichkeit, die 220 V Wechselstrom von Land außer fĂŒr das LadegerĂ€t auch zu  einer Steckdose fĂŒhren. Die 12 V kommen aus Batterien mit begrenzter KapazitĂ€t.  Geladen werden diese Batterien nur, wenn der Motor lĂ€uft oder das Schiff im  Hafen Landstrom erhĂ€lt. Nur zu diesen Zeiten sollten große Verbraucher wie z.B.  der KĂŒhlschrank oder die Heizung (GeblĂ€se) betrieben werden. Die meisten Boot  haben 2 Akkus, einen zum Anlassen der Maschine und einen fĂŒr die anderen  Verbraucher. Sie werden meist ĂŒber einen Schalter unter dem Navisitz oder dem  Niedergang umgeschaltet. GrundsĂ€tzlich mĂŒssen alle Verbraucher, auch  Kabinenlampen, erst am Schaltbrett in der Navi eingeschaltet werden, ehe die  Schalter am GerĂ€t wirksam werden.

3.4.5 Wasser

Der Frischwasservorrat an Bord ist  beschrĂ€nkt. Deshalb sollte Duschen und Haarewaschen nach Möglichkeit an Land  erledigt werden. Machst Du einen Langtörn (AtlantikĂŒberquerung o. Ă€.) so  verwendest Du Seewasser mit entsprechender Seife ( handelsĂŒbliches Billigshampoo  ist ebenfalls in Seewasser verwendbar) und reibst mit etwas Frischwasser nach. Ansonsten  bleibt die Hoffnung auf Regen. Seewasser wird auch auf normalen Törns zum  VorspĂŒlen und z. B. zum Deckwaschen verwendet.

GrĂ¶ĂŸere Schiffe haben ein Druckwassersystem,  d.h. eine elektrische Pumpe, die das Wasser zu den HĂ€hnen pumpt. Die Pumpe muß  vorher in der Navi eingeschaltet werden. Bei kleineren Schiffen benutzt man Hand  oder Fußpumpen an jedem einzelnen Wasserhahn.

Vorsicht. in der Pantry gibt es oft 2 HĂ€hne:  Einen fĂŒr Frisch- und einen fĂŒr Seewasser.

3.4.6 Umgang mit Tauwerk

folgende Knoten sollten alle Crewmitglieder  beherrschen:

Pahlstek
Kreuzknoten
Webeleinstek, auch auf  Slip
Achtknoten
Belegen auf einer Klampe
Aufschießen von  Tauwerk

Daneben  sehr empfehlenswert, und fĂŒr FĂŒhrerscheine notwendig:

Schotstek  einfach und doppelt
Rundtörn mit 2 halben  SchlĂ€gen
Stopperstek
Slipstek

Diese  Knoten können im Knotenanhang zu diesem Skript nachgeschlagen werden

nĂŒtzlich  weiterhin:

Trossenstek
Behelfsflaschenzug
Roringstek  (doppelt)
Gordingknoten
Spleiße
Taklings

4 Sicherheit

1. Eine Hand  fĂŒrs Schiff, eine fĂŒr Dich, d.h. festhalten

2. FĂŒr jedes Crewmitglied muß eine ohnmachtsichere Rettungsweste und ein  Lifebelt an Bord sein. Du solltest vor dem Ablegen wissen wie sie anzulegen  sind. Bist Du Nichtschwimmer, so mußt Du Sie an Bord immer tragen. Die  Rettungsweste und Lifebelt sind auf Anordnung des SchiffsfĂŒhrers zu tragen.  Nachts wird grundsĂ€tzlich nur mit Lifebelt gesegelt.

3. Beim Segelbergen nicht Rauchen. Unter Deck ebenfalls nicht Rauchen.  Brandgefahr! Das gleiche gilt fĂŒrs Tanken.

4. Wenn das Boot kentert, nie ans Ufer schwimmen. Immer beim Boot bleiben. Nicht hinter  abtreibender AusrĂŒstung herschwimmen. (Gilt eher fĂŒr Jollen)

5. Der Lifebelt muß bei Bedarf nicht nur getragen sondern auch benutzt  werden. Dazu ist immer einer seiner Karabiner an einem geeigneten festen Punkt  einzupicken.

·Gut  geeignet: Strecktaue, Augbolzen, Fußreling, Augen in FĂŒĂŸen der  RelingstĂŒtzen

·bedingt  geeignet: Unterwanten, Achterstag

·Nicht  geeignet: Seereling, laufendes Gut, elektrische  Kabel

6. Der Großbaum kann Deine Gesundheit gefĂ€hrden. In seinem Bereich nie  aufrecht stehen, wenn er kommt: Kopf einziehen und andere warnen. Dies gilt  besonders fĂŒr vor dem Wind Kurse. Auf diesen Kursen sollte mit Bullenstander  gesegelt werden

7. Nie direkt in eine killende Schot greifen. Eine Rolle sollte mindestens  dazwischen sein.

8. Nie in Leinenbuchten treten, da sich diese zuziehen können!

9. Nicht versuchen, ein Boot abzuhalten. Bei einigen Tonnen VerdrĂ€ngung hast  Du schlechte Karten.

10. Ausreichend warme Kleidung verhindert  AuskĂŒhlung und damit UnfĂ€lle aufgrund abnehmender Kondition.

11. Nicht ĂŒber die Reling pinkeln!

12. Informiere Dich ĂŒber Position und Bedienung  von Feuerlöschern, Seeventilen, Maschine und der anderen  Sicherheitseinrichtungen

13. Schließe stets vor dem Auslaufen die Luken  Deiner Kabine. Dies gilt insbesondere fĂŒr Rumpf- und Vorschiffsluken

14. Schließe stets die Gasventile, wenn du kein  Gas mehr brauchst und die Seeventile, wenn du sie nicht mehr  brauchst.

"Segeln auf Törns"  von esey Webseite kopiert

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